Kathrin Herzberg kehrt beim Ahrensburger TSV nach elf Jahren zurück auf die Trainerbank. FOTO: PRIVAT
Kathrin Herzberg kehrt beim Ahrensburger TSV nach elf Jahren zurück auf die Trainerbank. FOTO: PRIVAT

Darum kehrt Kathrin Herzberg als Trainerin zum Ahrensburger TSV zurück

Von Sascha Bodo Sievers

Nach elf Jahren ist Kathrin Herzberg als Trainern zum Ahrensburger TSV zurückgekehrt. Die 54-Jährige wird allerdings nicht wie damals die ATSV-Handballerinnen coachen, sondern die in die Hamburg-Liga aufgestiegenen Männer. Wer sie zur Rückkehr überredet hat, was sie an der neuen Aufgabe reizt und welche Erfahrungen sie im Umgang mit Männern gemacht hat.

Jahrelang habe sie sich erfolgreich gewehrt, nun aber sei sie schwach geworden. „Als Bastian Blietz mich angesprochen hat, habe ich gesagt: Na gut, ich komm´mal vorbei. Statt konsequent nein zu sagen, habe ich wohl auf mein Herz gehört“, erzählt Kathrin Herzberg, die elf Jahre nach ihrem letzten Engagement zurück auf der Trainerbank beim Ahrensburger TSV ist. Zwei Jahre lang hatte sie die Oberliga-Handballerinnen des ATSV gecoacht und nach ihrem Abschied im Sommer 2012 beim TSV Ellerbek erstmals eine Männermannschaft übernommen. Nach einer Pause ist die 54-Jährige zurück in der Schlossstadt und tritt nach dem Hamburg-Liga-Aufstieg der Männer die Nachfolge von Holger Rabe an. 

Zwei Trainingseinheiten habe sie benötigt, um sicherzugehen, dass eine Rückkehr in die Schlossstadt die richtige Entscheidung sei: „Ich wollte sehen, ob die Jungs wirklich so nett sind, oder sich beim ersten Mal nur alle zusammengerissen haben“, sagt Herzberg mit einem Augenzwinkern und spricht von einer spannenden Truppe:

„Es sind einige ganz junge Spieler mit großem Potenzial, aber auch viele erfahrene dabei - die Altersstruktur macht diese Aufgabe so interessant.“

Die Youngster wolle sie dazu bringen, zukünftig mehr Verantwortung zu übernehmen. Viele erfahrene Handballer wie Bastian Blietz oder Markus Fraikin kennt Herzberg zudem noch aus ihrer Zeit als Trainerin der Damen. „Das ist wirklich eine spannende Mischung.“

In den bisherigen Trainingseinheiten und -spielen sei deutlich geworden: „Es gibt einige starke Charaktere in der Mannschaft, wichtig ist mir, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen.“ Die Richtung aber gibt die 54-Jährige vor: „Auf dem Feld kann man sich bei mir nicht so viel herausnehmen. Wer mit seinen Mitspielern hadert oder nicht zurückläuft, sitzt schnell draußen“, betont Herzberg, dass sie eine konsequente Linie verfolgt. 

Herzberg kommt mit ihrer direkten Art an

Mit ihrem trockenen Humor und ihrer bisweilen sarkastischen Art, würden Männer besser klarkommen, sagt die in Hamburg-Farmsen lebende Architektin, diese Erfahrung habe sie zuletzt in Ellerbek gemacht. Frauen seien zwar nicht komplizierter, aber anspruchsvoller, wenn es zum Beispiel um die Inhalte der Trainingsarbeit geht: „Sie brauchen mehr Abwechslung, während Männer bisweilen schon damit zufrieden sind, wenn man sie einfach nur Fußballspielen lässt.“ Einen weiteren Unterschied, den sie ausgemacht hat, fügt sie lachend an:

„Männer brauchen länger, um komplexere Spielformen umzusetzen, dafür aber ist bei ihnen das Klugscheißertum ausgeprägter.“

Duell gegen Ex-Verein Ellerbek zum Auftakt

Der Zufall will es so, dass es gleich am ersten Spieltag gegen ihre ehemalige Mannschaft geht: Am Sonntag, 10. September, empfängt der ATSV Mitaufsteiger TSV Ellerbek II. Bis dahin hofft Herzberg, dass sich noch der eine oder andere Neuzugang den Stormarnern anschließen wird. „Wir sind zwar schon gut besetzt, aber auf den Außenpositionen haben wir noch Bedarf.“ 

ATSV kann als Aufsteiger befreit aufspielen

Überdies hofft die 54-Jährige, dass der starke Zusammenhalt und die Euphorie nach dem meisterlichen Aufstieg zu einem guten Saisonstart führt. „Als Aufsteiger hat man ja den Vorteil, dass der Erwartungsdruck nicht allzu groß ist, außerdem kennen die Gegner einen noch nicht.“ 

Gleichermaßen aber warnt die Trainerin davor, den Sprung in die Hamburg-Liga zu unterschätzen: „Die Gegner sind vor allem in der Abwehr cleverer, und auch spielerisch ist das ein großer Unterschied zur Landesliga.”

Quelle: Stormarner Tageblatt vom 25.08.2023

 

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