Handball: Nach dem 18:38 gegen Rostock kritisiert Trainer Schimmler den fehlenden Siegeswillen seiner Mannschaft.

Ahrensburg. Die Freude, wegen der beiden Punktabzüge des Post SV Schwerin II am grünen Tisch auf einen Nichtabstiegsplatz vorgerückt zu sein, währte für die Regionalliga-Handballer des Ahrensburger TSV nur fünf Tage: Weil Mitkonkurrent Oranienburger HC bei der SG Wilhelmsburg mit 29:23 gewann, fielen die Stormarner nach dem 18:38 (10:19) gegen den HC Empor Rostock auf den drittletzten Rang zurück, der am Saisonende den Oberliga-Abstieg bedeuten würde.

Dass die seit Mitte Dezember in eigener Halle erfolglosen Ahrensburger ihre Talfahrt ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten beenden würden, hatte Dirk Schimmler zwar nicht ernsthaft geglaubt. Dennoch ging der Spielertrainer mit seiner Mannschaft hart ins Gericht: "Man kann auch aus einem Spiel gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner Selbstvertrauen schöpfen. Dann darf man sich allerdings nicht so ängstlich präsentieren. Ein Großteil der Mannschaft hat nicht daran geglaubt, mithalten zu können. Zu viele Spieler haben Ball und Verantwortung an ihre Nebenleute weitergereicht", sagte er.

Schimmlers Kritik zielte vor allem auf die schwache Leistung seiner Rückraumspieler. Erst in der 34. Minute gelang Robert Heinrich der erste Treffer aus der zweiten Reihe. Bis dahin waren die Hausherren nur vom Kreis und den beiden Außenpositionen aus erfolgreich.

Ohnehin krankte das Spiel der Gastgeber im Angriff. Immerhin resultierten aus 22 technischen Fehlern 16 Gegenstoßtreffer. Schimmler: "Das ist auch gegen so einen Gegner viel zu viel." Dabei war es offenkundig, dass einige Rostocker mit angezogener Handbremse spielten. Das galt vor allem für Torjäger Martin Reuter. Der ehemalige Bundesligaspieler beschränkte sich darauf, seine Mitspieler in Szene zu setzen und fügte seinen 183 Saisontreffern nur zwei Tore hinzu.

Wie die Ahrensburger bis zum "Endspiel" um den Klassenverbleib am Sonnabend gegen die SG Wilhelmsburg (18 Uhr, Heimgartenhalle) die Kurve kriegen wollen, ist auch Schimmler noch ein Rätsel. "Ich kann nur an die Ehre jedes Spielers appellieren, über 60 Minuten hundert Prozent zu geben", sagte der mit sechs Treffern erfolgreichste ATSV-Werfer. Seine Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis gründet sich zudem auf der Rückkehr der verletzten Kai Stolze und Jörg Schröder.

Spielverlauf: 1:1 (3. Minute), 3:4 (6.), 5:12 (16.), 7:12 (18.), 10:19 (30.) - 12:22 (36.), 16:26 (46.), 16:34 (55.), 18:38.

Die weiteren Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Mathias Behncke (4), Robert Heinrich (3/1), Christoph Palder (2), Markus Fraikin, Nils-Oliver Himborn und Andre Peter (je 1).