Kellerduell: Ahrensburgs Regionalliga-Handballer gewinnen "Endspiel" gegen die zweite Mannschaft des SV Post Schwerin 32:26.

Ahrensburg. "Das war es. Wir haben keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt." Dieses Fazit nach dem für den Abstiegskampf in der Handball-Regionalliga Nordost eminent wichtigen Duell zwischen dem Ahrensburger TSV und dem Post SV Schwerin II stammte glücklicherweise nicht von Dirk Schimmler. Der Ahrensburger Spielertrainer bezwang mit seinem Team den Tabellennachbarn mit 32:26 (15:14) und veranlasste Gäste-Coach Jan Birkhof zu deutlichen Worten. "Zwischen Anspruch meiner Spieler und ihrer Leistung klaffte heute eine riesige Lücke. Bezeichnend, dass ein 41-Jähriger wie Robert Mann unser Bester war."

So groß wie es das Ergebnis suggeriert, waren jedoch die Unterschiede zwischen beiden Mannschaften nicht. Während auf Schweriner Seite die Torhüter Tony Güdokeit und Sebastian Prothmann fast keine Hand an den Ball bekamen, waren die Ahrensburger Schlussleute Torsten Wild und Florian Schmidt zumindest in wichtigen Phasen zur Stelle. Schmidt war bei drei Siebenmetern nicht zu überwinden. Wild, der schwach begann, sorgte in den letzten 20 Minuten dafür, dass sich seine Kameraden bis auf sechs Tore absetzen konnten und von diesem Vorsprung zehrten.

Was Erfahrung wert ist, demonstrierte beim ATSV der "Club 111 (Jahre)". Jörg Schröder (38) stand seinen Mann in der flexiblen 6:0-Deckung, Rechtsaußen Kai Stolze (36) war trotz seines lädierten linken Knies immer torgefährlich und Schimmler (37) biss trotz einer Knochenabsplitterung im Ellenbogen auf die Zähne, ackerte vorn und hinten und punktete vor allem mit seiner Cleverness: Bei vier von acht Zeitstrafen, die das Schiedsrichtergespann Michael Hintz/Andreas Knoblauch (Bad Segeberg/Hamburg) gegen Schwerin aussprach, wurde Schimmler gefoult.

Dazu gesellte sich ein Robert Heinrich, der neben seiner Sicherheit bei Strafwürfen zeitweise das Schweriner Rückraumtalent Sven Thormann (sechs Tore) beschattete und immer dann, wenn seinen Nebenleuten im Angriff nichts mehr einfiel, zu Durchbrüchen zum Kreis ansetzte. Ähnlich bravourös zog sich auch Mannschaftskapitän Christoph Palder aus der Affäre. Nach Anlaufschwierigkeiten vor der Pause übernahm der 2,03-Meter-Mann in der zweiten Halbzeit immer häufiger Verantwortung, traf insgesamt siebenmal und spielte auch seine Mitspieler frei.

Trotz dieser positiven Aspekte benötigten die Ahrensburger einmal mehr viel Glück, um sich die Chance auf den Klassenerhalt zu bewahren. In der Deckung fand Mathias Behncke gegen die Linkshänder Michael Haß und Ronald Mann nie ein Mittel, und vom Kreis kam Schwerins Stephan Riediger zu acht Toren, weil der ATSV-Mittelblock sein Hauptaugenmerk auf die Distanzschützen Thormann und Delinac legte. Insofern war es wichtig, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit zahlreiche klare Chancen ausließen und ihnen Pfosten und Latte häufig im Weg standen.

"Wir brauchen mindestens noch vier Punkte", bremste Schimmler übertriebene Siegesfreude. "Am 17. April in Stockelsdorf steigt das nächste Endspiel für uns." Die Pause bis dahin soll vor allem dafür genutzt werden, die Verletzungen auszukurieren. Besonders froh über den Erfolg war Manager Gerd Wollesen, der erstmals nicht am traditionellen Kaffeeklatsch im Santorini teilnehmen durfte, weil die Mannschaft ohne den urlaubenden Boss vergangene Woche beim TSV Ellerbek triumphiert hatte.

Spielverlauf: 0:1, 2:1, 4:3 (8. Minute), 4:6, 6:6, 6:8, 7:9, 10:9 (18.), 13:11, 15:13, 15:14 - 17:14 (33.), 18:17, 19:18, 21:18, 23:19 (44.), 24:21, 27:21 (49.), 27:24 (53.), 28:25 (54.), 30:26, 32:26.

Die weiteren Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Robert Heinrich (8/5), Kai Stolze (7/3), Mathias Behncke (5), Dirk Schimmler, Andre Peter (je 2) und Henning Wollesen.