Handball: Der Oberliga-Tabellenführer vergrößert seinen Vorsprung auf fünf Punkte.

Ahrensburg. Knapp zehn Minuten überragendes Abwehrverhalten gepaart mit einer glänzenden Leistung von Torwart Torsten Wild reichten den Handballern des Ahrensburger TSV, um das Spitzenspiel der Hamburger Oberliga gegen die HG Barmbek zu entscheiden. In dieser Phase gelang den Gästen auch in personeller Überzahl kein Treffer, und die Stormarner schafften mit fünf Toren in Folge zum 17:10 die Grundlage für den späteren 26:22 (12:10)-Sieg.

"Wenn wir eine so konzentrierte Defensivarbeit über 50 Minuten mit einer entsprechenden Angriffseffektivität verbinden können, hätte ich das Ziel meiner Arbeit erreicht", sagte ATSV-Trainer Jörg Schröder. "Aber zur Zeit bin ich schon froh darüber, daß wir zumindest eine gewisse Stabilität erreicht haben."

Deshalb ließ sich der Tabellenführer auch nicht von einem 4:7-Rückstand verunsichern. Eine schwache Wurfausbeute, gute Paraden von Barmbeks Schlußmann Sven Hendrik Alt und Abstimmungsprobleme in der 6:0-Deckung hatten die Hamburger besser ins Spiel finden lassen. Mit zunehmender Spieldauer zollte der Gegner jedoch dem seinem hohen Anfangstempo Tribut. Die Ahrensburger kamen zu leichten Rückraumtoren von Jens Leichnitz, und als den Gästen zum Ende der ersten Halbzeit erste Ballverluste unterliefen, gelang den Hausherren mit Tempogegenstößen die Führung (11:9), die sie bis zum Ende nicht mehr abgaben. "Nach der Pause sind wir gar nicht mehr in Tritt gekommen", räumte Barmbeks Betreuer Jürgen Hitsch ein.

Verantwortlich für die Sendepause im gegnerischen Angriff war das Deckungsbollwerk der Ahrensburger. Im Zentrum harmonierten Sebastian Witt und Andre Peter im Block und beim Abdecken des gegnerischen Kreisläufers, auf den Halbpositionen überzeugten Mathias Behncke und Robert Heinrich mit aggressivem Heraustreten auf den Ballführer. Vermehrt zu Torchancen kam es eigentlich nur auf der rechten Außenposition. "Da fehlt mir noch das Verständnis mit meinen Nebenleuten", erklärte Leichnitz sein häufiges Nachsehen, das allerdings nur selten Konsequenzen hatte, weil sowohl Wild als auch später Florian Schmidt häufig Sieger gegen Barmbeks Außenspieler Jan Freitag blieben.

Trotz der Freude über den Sieg, mit dem die Ahrensburger ihr Polster auf zunächst einmal fünf Punkte ausbauten, haderte Schröder mit der nachlassenden Disziplin und Konzentration seiner Schützlinge, die zehn Minuten vor Schluß bereits mit 24:16 führten. "Wir haben Überzahlsituationen nicht genutzt, überhastet abgeschlossen und klare Chancen ausgelassen", sagte er.

Begeistert vom Spiel zeigte sich Unicef-Vertreterin Edda Böhm, die nach dem Schlußpfiff von Manager Gerd Wollesen einen Scheck in Höhe von 1050 Euro für die Flutopfer in Südasien entgegennahm.

Spielverlauf: 0:1, 4:4, 4:7, 6:7, 6:8, 8:8, 8:9, 11:9, 12:10 - 17:10, 17:12, 19:12, 20:15, 22:15, 24:16, 24:19, 25:21, 26:21, 26:22

Die Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Jens Leichnitz (7), Mathias Behncke (6/1), Robert Heinrich (5/1), Sebastian Witt, Markus Fraikin (je 3) und Andre Peter (2).