DHB-Pokal: Nach dem Pausenstand von 13:13 setzt es gegen Stralsund aber noch eine 19:39-Niederlage.

Ahrensburg. Das Kontrastprogramm für den Stralsunder HV hätte kaum krasser ausfallen können: Der Absteiger aus der ersten Handball-Bundesliga traf in der zweiten Runde des DHB-Pokalwettbewerbs in der Heimgartenhalle vor fast leeren Rängen auf den Ahrensburger TSV, nachdem er zwei Tage zuvor das Spitzenspiel der zweiten Liga bei Eintracht Hildesheim (28:30) vor 1800 Zuschauern bestritten hatte. Um diesen Kulturschock verdauen zu können, benötigten die Stralsunder eine Halbzeit, erst danach beherrschten sie den Oberliga-Club und siegten noch 39:19 (13:13).

"Ich hatte an meine Mannschaft appelliert, den Gegner trotz des Klassenunterschieds ernst zu nehmen" sagte Gäste-Trainer Norbert Henke. "Das hat aber leider nichts gebracht." Der Stralsunder Coach lobte das engagierte Auftreten der Ahrensburger in der ersten Halbzeit. "Bei meiner Mannschaft fehlte dagegen die Bereitschaft zur Block- und Beinarbeit, und deshalb musste ich nach der Pause auf eine aggressive 5:1-Deckung umstellen", sagte Henke.

Gegen diese offensive Variante stockte das Aufbauspiel des Außenseiters sofort, Abspielfehler häuften sich, und Stralsund demonstrierte über Tempogegenstöße den Klassenunterschied beider Teams. So zogen die Gäste mit zwölf Treffern in Folge auf 26:14 davon und legten nach dem 26:15 noch einmal acht Tore in Serie zum 34:15 nach.

In dieser Phase machte sich der Kräfteverschleiß bei den Ahrensburgern bemerkbar. "Wir haben unsere Angriffe viel zu früh abgeschlossen und zu viele technische Fehler gemacht", kritisierte Trainer Jörg Schröder, der vor allem Andre Peter gern einmal ausgewechselt hätte.

Den stärksten Eindruck beim ATSV hinterließ Said Evora. Der 21-Jährige ließ sich von den robusten Stralsundern nicht abschrecken, suchte immer wieder die Durchbruchschance zum Kreis. Zudem überzeugten Markus Fraikin auf Linksaußen und der auf ungewohnter Position im linken Rückraum spielende Mathias Behncke.

Schröder: "Auf der Leistung der ersten Halbzeit lässt sich aufbauen, da die Einstellung in der Abwehr stimmte und wir im Angriff solange diszipliniert gespielt haben, bis wirklich die Chance da war." Die Ahrensburger profitierten dabei von den Unparteiischen Sebastian Alfuth und Martin Tramp, die für das nicht erschienene Ehepaar Tanja und Torsten Wrobel einsprangen. Das Regionalligagespann, als Stralsunder Fans mitgereist, ahndete zwar zunächst einige Härten der Gäste nicht, erkannte aber auch bei langen ATSV-Angriffen nie auf passives Spiel.

Spielverlauf: 1:0, 1:2, 3:2, 4:5, 5:7, 6:9, 9:9, 10:12, 12:12, 13:13 14:13, 14:26 (43. Minute), 15:26, 15:34 (52.), 16:37, 18:39, 19:39.

Die Tore für den Ahrensburger TSV erzielten: Markus Fraikin (6), Said Evora, Mathias Behncke (je 5/2), Henning Wollesen (2) und Andre Peter (1).