ATSV bewahrt sich kleine Chance im Titelkampf
Ahrensburger Handballerinnen gewinnen Verfolgerduell in der Oberliga gegen Lauenburger SV 23:17
Ahrensburg – Den Sekt zum Feiern lieferte vor dem Spiel kurioserweise der Gegner selbst. Rolf Ahrenbog, Trainer der Oberliga-Handballerinnen der Lauenburger SV, bedankte sich auf diese Weise beim Ahrensburger TSV für die Sieg gegen den Aufstiegskonkurrenten SC Alstertal-Langenhorn. Dass die Stormarnerinnen die beiden Flaschen dann gleich nach der Partie in Lauenburg köpfen würden, um den nie gefährdeten 23:17 (12:8)-Erfolg zu feiern, hatte Ahrenbog dabei wohl nicht vorausgesehen. „Wenn Lauenburg Alstertal schlägt, bekommt das Team vier Flaschen zurück“, versprach dann auch Trainerin Kathrin Herzberg, deren Team durch den Sieg nach Minuspunkten mit den Lauenburgerinnen gleichgezogen ist und nun nur noch Alstertal vor der Nase hat.
Den Erfolg verdankten die Schlossstädterinnen vor allem einer bärenstarken Abwehrleistung. „Wir haben extrem offensiv gespielt, um den Gegner nicht ins Laufen und Kreuzen kommen zu lassen“, erklärte Herzberg. „Das haben die Mädels sehr gut gemacht und den Spielfluss immer wieder unterbunden.“ Wegen ihrer aggressiven Spielweise kassierte die Herzberg-Sieben zwar auch sieben Zweiminutenstrafen, ließ den Gegner jedoch auch in Unterzahl nach einer schnellen 6:1-Führung nie näher als auf vier Tore heran kommen. Auch in die Halbzeitpause gingen die Ahrensburgerinnen mit bereits komfortablem Vorsprung.
Nach nur acht Gegentoren in der ersten Halbzeit kassierte der ATSV bis zur 45. Minute nur drei weitere Gegentreffer und geriet so zu keiner Zeit in Gefahr. Und vorne überragte Rückraumspielerin Bianca Schuster, die blitzsaubere neun Tore aus neun Versuchen erzielte. Mit dem Rest der Mannschaft ging Herzberg bezüglich der Darbietungen im Angriff kritisch ins Gericht: „Wir haben eine eklatante Abschlussschwäche gezeigt“, ärgerte sich die Übungsleiterin. „Aber zum Glück war das nicht entscheidend.“
Nun muss der ATSV also auf einen Ausrutscher des Konkurrenten aus Alstertal hoffen und darf sich gleichzeitig selbst keinen mehr erlauben, um den Traum von der Meisterschaft Wirklichkeit werden zu lassen. „Wir werden versuchen, weiter zu gewinnen, und warten einfach ab“, gab sich Herzberg jedoch betont locker. „Außerdem müssten wir dann selbst erst einmal sehen, was wir überhaupt wollen. Darüber denken wir dann eventuell in einem Monat nach.“ Denn an einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga hatte vor der Saison bei den Ahrensburgerinnen niemand auch nur einen Gedanken verschwendet. Nun könnte dies bald notwendig werden.
Aufstellung Ahrensburg (Tore/Siebenmeter): Lisa Schier, Lena Teufel – Bianca Schuster (9), Janicke Bielfeldt, Melanie Schlüter, Nadine Grunwald (je 3), Ilka Bernhardt, Carolin Fischer (je 2), Lena David (1).
Aus: Stormarner Tageblatt vom 15.02.2011
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