Fehlwurf-Festival der ATSV-Frauen
Oberliga-Handballerinnen offenbaren ungeahnte Abschlussschwäche beim 23:23-Unentschieden gegen den TSV Wattenbek
Ahrensburg – Kathrin Herzberg wollte ihren Spielerinnen keinen Vorwurf machen. Doch nach dem 23:23 (12:12) im Oberliga-Spiel gegen den TSV Wattenbek erklärte sie: „Wir haben vorne schon eine Menge verballert.“ Weshalb sie ihre Handballerinnen dennoch aus der Kritik nahm, lag auch an den Schiedsrichtern. „Ich kritisiere eigentlich selten die Unparteiischen, aber mit einem anderen Gespann hätten wir heute nicht unentschieden gespielt“, betonte Herzberg. Grund ihrer abgelegten Zurückhaltung: sieben zu zwei Zeitstrafen gegen ihre Mannschaft – und eins zu fünf Siebenmeter, die die Männer in Schwarz pfiffen.
Dennoch hielten die Schlossstädterinnen alle Trümpfe in der eigenen Hand. Im ersten Durchgang zogen die Gastgeberinnen auf 11:8 davon – und mussten die Wattenbekerinnen bis zum Halbzeitpfiff noch auf 12:12 herankommen lassen. „Wir haben zu hektisch gespielt, hätten uns in dieser Phase vorne mehr Zeit nehmen müssen, um mit einer Führung in die Pause zu gehen“, hatte Herzberg erkannt.
Nach dem Seitenwechsel gesellte sich zu der eklatanten Abschlussschwäche des Tages plötzlich auch eine Phase, in der die Defensive nicht ganz sattelfest erschien. Plötzlich zog Wattenbek auf 18:15 und 21:18 davon. Doch Ahrensburg konterte, kam über 20:21 zum 22:22-Ausgleich – und ging sogar in Führung.
Dann wurde es hektisch. Zehn Sekunden vor dem Ende stand es noch 23:22, und Melanie Schlüter offenbarte sich aus sechs Metern die große Gelegenheit, die Partie zu entscheiden – doch die Ahrensburgerin vergab. Beim Tempogegenstoß foulte Bianca Schuster ihre Gegenspielerin dann so unglücklich, dass sie eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte und einen Siebenmeter verursachte. Die Folge: der Ausgleich für Wattenbek. Herzberg sprach ihre Spielerinnen dennoch von jeglicher Kritik frei: „Aus sechs Metern frei vor dem Tor, den Wurf hätte ich mir auch genommen. Und Bianca mache ich keinen Vorwurf. Sie spielt sonst ja kaum in der Abwehr, stand plötzlich da hinten, weil alles so schnell ging“, sagte die Trainerin nach dem 23:23 und bilanzierte: „Das war für mich das schmerzhafteste Spiel dieser Saison.“
Tore für den ATSV: Julia Nikoleit (2), Nadine Grunwald (5), Lena David (1), Maren Franke (3), Ilka Bernhardt (3), Carolin Fischer (1), Melanie Schlüter (3), Bianca Schuster (5).Bengt-Jendrik Lüdke
Aus: Stormarner Tageblatt vom 18.01.2011
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