Wundertüte aus Ahrensburg kassiert 22:25-Niederlage

Oberliga-Handballerinnen des Ahrensburger TSV gehen bei der HSG Fockbek/Nübbel leer aus

 

Ahrensburg – Erst die desolate Vorstellung in Altona, dann der triumphale Sieg gegen den Tabellenführer Lauenburg und jetzt erneut eine Niederlage beim Vorletzten. Die Oberliga-Handballerinnen des Ahrensburger TSV sind momentan eine einzige Wundertüte. Mit 22:25 (11:10) unterlag das Team von Trainerin Kathrin Herzberg bei der HSG Fockbek/Nübbel und übernahm damit selbst den 13. Tabellenplatz (4:6 Punkte). Wie eng in der Liga jedoch alles zusammen ist, zeigt nicht nur das Auf und Ab des ATSV, sondern auch die Tatsache, dass den Vorletzten vom viertplatzierten THW Kiel nur zwei Zähler trennen.

Selten wie nie zuvor ärgerte sich Herzberg nach dem Spiel über die Leistung der beiden jungen Schiedsrichterinnen Jessica Laudenbach und Anne Raabe: „Ich sage so etwas normalerweise nicht, aber mit anderen Schiedsrichtern hätten wir gewonnen“, so die Übungsleiterin. „Die beiden waren hoffnungslos überfordert.“

Dabei hatte der ATSV die Partie lange Zeit im Griff gehabt. Mit 6:4 führten die Stormarnerinnen und lagen zur Pause noch mit einem Tor vorn. Auch nach dem Wechsel bestimmte die Herzberg-Sieben das Spiel, führte 14:12. „Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie das Gefühl, dass wir verlieren könnten“, so Herzberg. Doch dann drehten die Hausherrinnen mit drei Toren in Folge das Spiel. Noch einmal gelang dem ATSV der Ausgleich zum 19:19, bevor dann erneut drei Treffer in Serie der HSG zum 24:20 alle Hoffnungen der Gäste begruben.

„Wir haben uns in der Abwehr nicht an unsere Absprachen gehalten“, bemängelte Herzberg, die sich auch in Selbstkritik übte: „Vielleicht hätte ich nicht erst zehn Minuten vor Schluss auf die 6:0-Variante umstellen sollen.“ Ein Lob hingegen wollte Herzberg unbedingt noch über die mitgefahrenen Fans loswerden. „Es waren zwar nicht viele, aber was die Jungs in der Halle für Stimmung gemacht haben, war schon großartig. Selbst beim Basketballspielen zum Aufwärmen wurde bereits jeder Korb bejubelt“. Doch auch die Unterstützung von der Tribüne langte am Ende nicht, um einen zählbaren Erfolg einzufahren. „Uns fehlt die Breite im Kader“, erklärte Herzberg. „Mit nur vier Rückraumspielerinnen ist es einfach schwer. Mindestens eine Spielerin fehlt uns da noch.“

Das Feiern ließ sich das Team trotz der Niederlage nicht nehmen. Im 80er-Jahre-Outfit ging es im Reisebus zurück und anschließend gemeinsam mit der U-Bahn nach Hamburg. „Im Feiern sind wir schon richtig gut“, so Herzberg. „Nur mit dem Handballspielen hapert es noch.“

Aufstellung ATSV (Tore/Sieb.): Lena Teufel – Janicke Bielfeldt (6), Bianca Schuster (5/1), Nadine Grunwald (3), Ilka Bernhardt, Nele Oosting (je 2), Carolin Fischer (2), Maren Franke, Lena David (je 1).mf

 

Aus: Stormarner Tageblatt vom 27.10.2010

 

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