Ahrensburgerinnen fehlt Abgeklärtheit
Handball-Oberligist gibt Tabellenführung nach 25:29 gegen Alstertal ab
Ahrensburg – Die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag war eine schöne Momentaufnahme. Nach der 25:29 (13:12)-Niederlage gegen den SC Alstertal-Langenhorn sind die Oberliga-Handballerinnen des Ahrensburger TSV zurück auf dem Boden der Tatsachen. „Wir haben nach der Pause das Handballspielen eingestellt“, ärgerte sich Trainerin Kathrin Herzberg. 5:14 Tore kassierten die Stormarnerinnen direkt nach Wiederanpfiff und konnten am Ende nur noch Ergebniskosmetik betreiben.
Dabei hatte die Partie vielversprechend begonnen. Nach einem 4:7-Rückstand fanden die Gastgeberinnen ins Spiel und glichen erstmals wieder zum 9:9 aus. Zur Pause erarbeitete sich die Herzberg-Sieben gegen den amtierenden Hamburger Meister und Pokalsieger, der nur knapp am Aufstieg in die 3. Liga gescheitert war, sogar eine knappe Führung. Besonders auf den Außenpositionen fand der ATSV Lücken in der nicht sattelfesten Deckung des Gegners.
Umso erstaunlicher war das, was folgte: „Die Mannschaft wirkte übermotiviert, das war blinder Aktionismus“, so Herzberg. „Wir sind vorn nicht mehr zurecht gekommen“. Insbesondere die Torausbeute aus dem Rückraum bemängelte die Übungsleiterin. „Wir haben 17 Tore von Außen und vom Kreis erzielt, zwei Siebenmeter und nur sechs Treffer aus dem Rückraum.“ Doch auch dafür hatte sie eine Erklärung parat. „Unser Gegner spielt seit fünf Jahren fast unverändert zusammen und ist einfach abgebrühter als wir.“ In der Tat war es beachtlich, wie souverän die Gäste nach einer nicht überzeugenden Vorstellung vor der Pause in der zweiten Hälfte auftraten. Zudem hatte Herzberg im Rückraum kaum Wechselmöglichkeiten. „Leider fehlte Lena David wegen Urlaubs. Sie bringt vorn die nötige Ruhe rein“, erklärte die Trainerin.
So zogen die Alstertalerinnen über 21:15 bis auf 27:18 davon – und hatten damit das Spiel entschieden. Erst dann besann sich der ATSV wieder auf seine Stärken und „gewann“ die letzten Minuten mit 7:2.
Die Tabellenführung sind die Schlossstädterinnen, bei denen erneut Linksaußen Janicke Bielfeldt mit zehn Treffern erfolgreichste Torschützin war, nach der Niederlage los und liegen nun mit ausgeglichenem Punktekonto auf Rang neun. Am kommenden Sonntag müssen die Herzberg-Schützlinge auswärts bei der SG Altona antreten.
Aufstellung Ahrensburg (Tore/Siebenmeter): Lisa Schier, Lena Teufel – Janicke Bielfeldt (10/2), Nele Oosting (5), Ilka Bernhardt (3), Nadine Grunwald, Bianca Schuster (je 2), Carolin Fischer (2/2), Maren Franke (1), Lara Schlizio, Sina Jäger, Julia Nikoleit.mf
Aus: Stormarner Tageblatt vom 21.09.2010
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