Judycki übernimmt bis Saisonende

Bei den ATSV-Männern gibt es vor dem Rückrundenstart beim „Angstgegner“ in der Handball-Oberliga einen Trainerwechsel.

 

Ahrensburg – Vor dem Rückrundenstart der weiblichen und männlichen Handballmannschaften des Ahrensburger TSV in der Oberliga stehen die Vorzeichen sehr unterschiedlich. Während der Männer-Trainer sein Amt doch vorzeitig abgab, hat der Frauen-Coach ein „Luxusproblem“.

Wenn die Männer aus der Schlossstadt morgen (18 Uhr, Lüttkoppel) nach fünfwöchiger Winterpause beim SC Alstertal-Langenhorn in die Rückrunde starten, wird einer nicht mehr auf der Bank sitzen, der zuvor sechseinhalb Jahre lang –zunächst bei den Frauen– in verantwortungsvoller Position gewesen ist. Trainer Tilo Labs hatte zuvor bereits verkündet, seinen Vertrag nicht über die laufende Saison hinaus verlängern zu wollen. Anfang des Jahres bat der Coach den Vorstand um sofortige Auflösung seines Kontraktes. „Nach den sehr intensiven Jahren möchte ich etwas kürzer treten und mich mehr um meine kleine Familie kümmern“, sagt Labs, der Mitte Dezember zum zweiten Mal Vater geworden ist. „Und auch die sportliche Situation hat natürlich zu meiner Entscheidung beigetragen“.

Sein Team liegt nach der Vorrunde mit 8:14 Punkten nur auf Platz neun und sieben Zähler hinter dem ursprünglich angestrebten vierten Rang zurück, der am Ende zur Qualifikation für die neue Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein reicht. „Wir haben Tilos Wunsch entsprochen, sind aber natürlich von der Kurzfristigkeit der Entscheidung sehr überrascht“, erklärt der stellvertretende Abteilungsleiter Lars Kiesbye. Für Labs hatte zunächst vorübergehend Co-Trainer Roman Judycki das Training der Mannschaft übernommen. „Am Mittwoch haben wir dann in einem Gespräch mündlich Einigkeit über sein Engagement bis zum Saisonende erzielt“, freut sich Abteilungsleiter Uwe Kreutzberger, der sich sogar eine dauerhafte Zusammenarbeit über die Spielzeit hinaus vorstellen kann. „Darüber werden wir Ende Februar oder Anfang März sprechen.“

Auf den ehemaligen Bundesligaspieler Judycki wartet viel Arbeit, auf die er sich jedoch freut: „Wir haben eine starke Truppe, müssen aber gut trainieren, um weiter nach oben zu kommen“. Die Partie gegen Alstertal ist dabei ein erster Prüfstein.Gegen den Tabellennachbarn (8., 9:13 Punkte) und „Angstgegner“ (nur zwei Siege in den letzten sechs Partien) haben die Schlossstädter noch eine Rechnung aus der 32:33-Heimschlappe im September offen.

Ganz andere Sorgen hat Thies Nowacki, Trainer der Oberliga-Frauen des ATSV. „Nachdem Nina Schilk wieder fit ist, haben wir auf einmal drei Linksaußen und damit ein echtes Luxusproblem“, erklärt der Coach. Sofern die Spielgenehmigung rechtzeitig eintrifft, wird auch Rückkehrerin Lena David in der morgigen Begegnung beim Spitzenreiter SC Alstertal-Langenhorn (16 Uhr, Lüttkoppel) erstmals mit dabei sein.

„Wer hätte vor der Saison gedacht, dass diese Partie ein echtes Spitzenspiel sein würde“, sagt Nowacki, der mit dem dritten Platz nach der Hinrunde mehr als zufrieden ist. „Wenn man bedenkt, dass die Spielerinnen sich teilweise erst eine Woche vor Saisonstart kennengelernt haben, muss man sich schon fragen, was alles unter besseren Voraussetzungen möglich gewesen wäre.“

In der Hinrundenpartie gegen Alstertal hatte die Nowacki-Sieben deutlich mit 19:27 verloren, jetzt aber sieht der Trainer andere Voraussetzungen. „Das Hinspiel kam für uns zu früh. Wir haben lange Zeit gut mitgehalten“, erinnert sich Nowacki. „Am Ende fehlte leider nur etwas Kraft und Kondition.“ Verzichten muss er auf die verletzten Rückraumspielerinnen Kirsten Vester und Bettine Bechthold.mf

 

Aus: Stormarner Tageblatt vom 15.01.2010

 

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