Hinten hui, vorne pfui
Ahrensburger TSV kassiert überflüssige Pleite in der Handball-Oberliga der Frauen gegen SG Hamburg-Nord
Ahrensburg – Die Oberliga-Handballerinnen des Ahrensburger TSV haben den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz verpasst. Durch die 17:18 (6:9)-Niederlage bei der SG Hamburg-Nord rutschten der ATSV auf den vierten Rang ab. „Die Niederlage war unnötig“, ärgerte sich Trainer Thies Nowacki, der vor allem mit der Chancenverwertung nicht zufrieden war. „Unsere Abwehr stand bombig, aber wir haben einfach nichts daraus gemacht.“
Die torarme Partie wurde auf beiden Seiten von den Torhüterinnen dominiert. Beim ATSV war wieder einmal Lisa Schier mit 21 Paraden überragender Rückhalt. Und Helen Funck zwischen den Pfosten der SG stand ihr in nichts nach. „Wir haben sie allerdings auch zur Heldin geschossen“, so Nowacki, der mit ansehen musste, wie seine Schützlinge schon in Halbzeit eins fünf Tempogegenstöße und zwei Siebenmeter vergaben.
In der Pause fand der Coach deutliche Worte, die offensichtlich Wirkung zeigten. Innerhalb weniger Minuten machten die Ahrensburgerinnen den Drei-Tore-Rückstand wett, glichen zum 10:10 aus und lagen beim 12:11 erstmals selbst in Front. Der dritte verworfene Siebenmeter brachte dann erneut die Wende zugunsten der Hausherrinnen. Fünf Minuten vor Schluss nahm Nowacki beim Stand von 14:18 eine Auszeit und versah die gegnerische Spielmacherin mit einer kurzen Deckung. Diese Maßnahme hatte Erfolg. Der ATSV verkürzte auf 17:18, gewann 10 Sekunden vor Schluss den Ball und hatte somit noch die Chance zum Ausgleich. Beim Tempogegenstoß wurde dann Bettine Bechthold so rüde gestoppt, dass sie zehn Minuten auf dem Spielfeld behandelt und schließlich mit Verdacht auf Bänderriss per Krankenwagen abtransportiert werden musste. Nowacki wechselte für die verbleibenden vier Sekunden Nadine Grunwald als siebte Feldspielerin ein. Nach Wiederanpfiff stieg Bianca Schuster verabredungsgemäß zum Wurf hoch und passte zu Marion Nommensen nach Linksaußen, die nur durch ein Foul aufgehalten werden konnte. Beim Siebenmeter bestand also die nun letzte Chance zum Ausgleich, die jedoch erneut vergeben wurde. „Das war symptomatisch“, haderte Nowacki. „Normalerweise musst du so ein Spiel gewinnen.“mf
Aufstellung ATSV (Tore/Siebenmeter): Schier (21 Paraden) – Nommensen (4/1), Borckenhagen (3/1), Grunwald, Gärtner, Stahl (je 2), Schuster, Bechthold, Schomburg, Fischer (je 1).
Aus: Stormarner Tageblatt vom 01.12.2009
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