Bestimmungen im Amateurboxen

Das Amateurboxen wird vorwiegend in Vereinen betrieben. Die internationale Organisation ist die AIBA (Association Internationale de Boxe Amateur), die z.B. die Wettkampfregeln und die Zeitabstände zwischen den Kämpfen bestimmt (DENZ 1997, 82). Die nationale Organisation ist der ÖABV (Österreichischer Amateurboxverband). Im Amateurboxen werden Einzel- und Mannschaftsbewerbe ausgetragen. Die Zulassung zu Wettkämpfen wird erst ab dem 10. Lebensjahr erteilt. Davor gibt es jedoch modifizierte Wettkämpfe, bei denen Rundenzahlen und –dauer eingeschränkt sind. Kinder und Jugendliche durchlaufen eine Grundausbildung mit dem Schwerpunkt auf technischen und konditionellen Elementen. Die Grundausbildung der Boxer wird fast ausschließlich in den Amateurvereinen vorgenommen.

Die Wettkampfausrüstung der Amateure besteht aus Handschuhen, Knöchelbandagen, Mund- und Tiefschutz, Wettkampfhose und Boxerschuhe, dazu ein Trikot und ein Kopfschutz (GOLESWORTHY 1988, 214 / DENZ 1997, 36). Bei den Frauen kommt ein passender und geprüfter Brustschutz hinzu, dafür entfällt der Tiefschutz. Unter dem Kopfschutz dürfen keine Ohrringe, Haarnetze, oder –nadeln getragen werden. Zu den allgemeinen Wettkampfbestimmungen gehört die Vorlage eines sportärztlichen Attests zur Bestätigung der Boxtauglichkeit und Kampffähigkeit. Die Frauen müssen zusätzlich bei jedem Start eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, dass keine Schwangerschaft besteht.

Gewogen wird in Kampfkleidung.
Kämpfe zwischen Männern und Frauen sind ausdrücklich verboten (Wettkampfbestimmungen des ÖABV, März 2003).

Die Amateure boxen in elf Gewichtsklassen, die Frauen in 14.
Des Weiteren gibt es neben der Einteilung in Gewichtsklassen auch die Einteilung in Leistungsklassen, damit ein fairer Kampf gewährleistet ist.
Man unterscheidet (DENZ 1997, 81):

ERSTLING: Kämpfer, der noch nicht öffentlich gestartet ist.
ANFÄNGER: Kämpfer, der noch keine sieben Siege errungen hat.
FORTGESCHRITTENER: Kämpfer, der mehr als sieben Siege bei öffentlichen Kämpfen errungen hat.
MEISTERKLASSE: Alle Kämpfer, die eine Landesverbandsmeisterschaft errungen haben.

Altersklassen
Senioren: über 18 Jahre
Junioren: 16 bis 18 Jahre
Jugend A: 14 bis 16 Jahre
Jugend B: 12 bis 14 Jahre
Jugend C: 10 bis 12 Jahre

Runden und Kampfzeit

Kinder unter zehn Jahren boxen über eine Distanz von drei Runden zu je einer Minute. Schüler ab zehn Jahren (Jugend C) boxen über drei Runden zu je zwei Minuten. Zwischen den Runden liegt bei beiden eine einminütige Pause. Die Kämpfe der Junioren und Senioren werden über eine Distanz von vier Runden à zwei Minuten Dauer, mit einer Minute Pause zwischen den Kämpfen, ausgetragen.

Eine Rundenverlängerung gibt es nicht. In Ausnahmefällen, bei vorheriger Vereinbarung, können Distanzen über sechs Runden zu zwei Minuten Kampfdauer, oder vier Runden à drei Minuten Kampfzeit ausgetragen werden (SONNENBERG 1978, 70). Frauen boxen drei Runden zu je zwei Minuten mit einer Pause von einer Minute (DENZ 1997, 25).